Ausnahmsweise einen Tag vor dem π -Tag (14.03.) lud das Mathematikforschungszentrum MATH+ interessierte Schüler:innen ab der 10. Klasse an die TU Berlin ein. Der Mathematik-LK von Frau Buchholz nahm teil und konnte spannende Einblicke in die Welt der Mathematik gewinnen.
Im Hörsaal des Matheinstituts berichtete Demian Goos (Mathematische Physik, HU Berlin) von einem echten „Mathekrimi“, den er in den letzten Monaten erlebt hat. Seine Beweisführung konnte auch die Jury überzeugen – die aus zwei freiwilligen Schüler:innen aus dem Publikum bestand. Das überraschende Ergebnis: Der für seine Erkenntnisse zur Unendlichkeit berühmte Mathematiker Georg Cantor hat für einen Aufsatz von 1874 von seinem Brieffreund, Richard Dedekind, abgeschrieben [1]!
Im zweiten Vortrag führte Lena Weis (Diskrete Mathematik/Geometrie, TU Berlin) in die tropische Geometrie ein – eine verdrehte Welt: Bei „Mal“ wird addiert und bei „Plus“ wird das Maximum/Minimum berechnet. So können in der Biologie – durch ein Verfahren namens „tropisches k-means clustering“ mögliche Stammbäume aus tausenden genetischen Daten rekonstruiert werden. Am Ende wurde auch geklärt, warum das Teilgebiet der Geometrie „tropisch“ heißt. Die Erklärung ist einfacher, als man denkt: Ein Mathematiker, der sich zur Zeit der Entstehung dieses Gebiets intensiv damit beschäftigte, lebte in Südamerika – also in den Tropen.
[1]: 04.03.2026: Georg Cantor: Dedekind, die Unendlichkeit und das Plagiat - Spektrum der Wissenschaft