Am ersten Tag nach den Winterferien hatten wir, die Klasse 7e, mal Kunstunterricht außerhalb der Schule – eine schöne Abwechslung und eine Gelegenheit, etwas gemeinsam zu unternehmen. Wir fuhren zum Kunst Haus Mitte, wo die Ausstellung faces of mind (17. Januar bis 11. April 2026) stattfand. Über 200 Werke aus Malerei, Zeichnung, Skulptur und Fotografie aus fünf Jahrzehnten zeigten, dass es hier nicht um klassische Porträts geht, sondern um ein Experimentierfeld zwischen Form, Emotion und Identität.
Schon beim Betreten fiel auf, dass viele Gesichter und Köpfe verfremdet, reduziert oder in Schichten angelegt waren; manches war nur zu erahnen. Die Darstellungen wirkten mal traurig, mal geheimnisvoll, manchmal fast bedrohlich.
Besonders interessant war, wie die Künstler:innen innere Prozesse sichtbar machen. Masken, Verzerrungen und Überlagerungen machten deutlich, dass Gesichter nicht nur äußeres Erscheinungsbild, sondern auch Ausdruck von Rollen, Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und Emotionen sind. Die Ausstellung zeigte, wie Künstler:innen ihr inneres Selbst ausdrücken und wie Betrachtende darauf reagieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass „Gesicht“ im übertragenen Sinn auch die Rollen meint, die wir in sozialen Situationen einnehmen – die Seiten von uns, die wir zeigen oder verbergen.
Nach dem Rundgang wurden wir selbst kreativ. Wir gestalteten Collagen zum Thema „Gesichter“ und arbeiteten mit verschiedenen Bild- und Textmaterialien. So konnten wir eigene Facetten, Gedanken und Rollen sichtbar machen. Jede Collage behauptete ein „Gesicht“ – nicht als äußeres Porträt, sondern als künstlerischer Ausdruck dessen, wie wir uns selbst sehen und wie wir in sozialen Situationen auftreten. Die Erfahrung machte deutlich, wie Kunst ein Resonanzraum zwischen innerer Wirklichkeit und äußerer Gestalt sein kann und wie vielfältig menschliche Identität sichtbar werden kann.