Am Dienstag war Haus 3 einen Moment lang Galerie – und was dort zu sehen war, hat sich wirklich gelohnt.
Sechs unserer Leistungskurse Kunst (Kurse von Bendau, Cichos, Lindner, Ost, Pob, Rossi) haben ihre Ergebnisse aus dem zweiten Kurshalbjahr präsentiert, und die Bandbreite war beeindruckend. Vier Kurse haben sich dem Thema „2nd Life" verschrieben: Alte Sneaker wurden zu Modeschmuck, aufgefädelte Zeitungsseiten zur Lampe, Kleiderbügel zur Open-Air-Bühne, Teigkästen aus einer Backstube zum Fundament eines modularen Architekturkonzepts. Was auf den ersten Blick nach Abfall klingt, entpuppte sich als echte Designidee – kreativ, nachhaltig und handwerklich überzeugend. Denn die Aufgabe, aus dem Vorhandenen etwas wirklich Neues zu denken, klingt einfacher als sie ist: Fantasie allein reicht nicht – es braucht auch gestalterisches Gespür und den Mut, ungewöhnliche Materialien ernst zu nehmen.
Zwei weitere Kurse haben sich mit „Signature Buildings – Zwischen Architektur und Skulptur" auseinandergesetzt: Auf großformatigen Plakaten voller Skizzen, Materialstudien und Entwurfszeichnungen – ergänzt durch selbst gebaute Modelle – wurde sichtbar, wie intensiv unsere Schüler:innen gedacht, gezeichnet und experimentiert haben. Auch hier wurde mit ungewöhnlichen Materialien gearbeitet: ausgediente Asthma-Sprays als Säulen, Netzstrumpfhosen als Dachkonstruktion – alles war dabei! Dabei war die Aufgabe alles andere als einfach: Ein Gebäude zu entwerfen, das jenseits von Funktion und Repräsentation als eigenständiges künstlerisches Statement wirkt, verlangt ein Umdenken, das selbst erfahrene Architekt:innen herausfordert.
Besonders schön war zu beobachten, wie Klassen der 7. und 8. Jahrgangsstufe durch die Ausstellung geschlendert sind und mit den Künstler:innen ins Gespräch kamen – neugierig, staunend, manchmal auch ein bisschen beeindruckt davon, was die Großen so hinbekommen.
Ein toller Abschluss eines langen Kurshalbjahres. Glückwunsch an alle!